Baurecht: Zur Haftung des Bauherrn für Handwerker

von Hajo Brumund - 6. Mai 2014

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OLG Hamm: Bauherr nicht für die Sicherheit eines mit Dacharbeiten beauftragten Handwerkers verantwortlich.

 

Das OLG Hamm hat mit Beschluss vom 21.02.2014 (Az.: 11 W 15/14) entschieden, dass ein privater Bauherr im Rahmen seiner bestehenden Verkehrssicherungspflicht nicht verpflichtet ist, den beauftragten Handwerker anzuweisen, für Dacharbeiten erforderliche Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Er haftet deswegen nicht, wenn ein Handwerker vom Dach stürzt, weil er die gebotene Absicherung der beauftragten Dacharbeiten unterlassen hat.

In dem Fall sollte ein Elektriker eine Photovoltaik-Anlage auf einem Flachdach einer Halle montieren. Er hatte ungesichert auf dem Hallendach gearbeitet und war durch ein Lichtfeld gestürzt und hatte sich schwer verletzt. Er verlangte von dem Bauherrn ein erhebliches Schmerzensgeld.

Für Sie folgt aus dieser Entscheidung:

Jeder Bauherr ist grundsätzlich verkehrssicherungspflichtig. Es kommt somit immer darauf an, wer bei dem Bauvorhaben tätig wird. Bei der Beauftragung eines Fachmannes darf der Bauherr sich allerdings darauf verlassen, dass dieser mit den aus der Ausführung seiner Arbeiten für sich selbst und für Dritte verbundenen Gefahren vertraut ist und für seine eigene Sicherheit sorgt. Der Fachmann ist auch für die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften verantwortlich.

Ingrid Nuxoll, Rechtsanwältin und Fachanwältin Für Bau- und Architektenrecht